#2 - Ich bin jetzt vernetzt - wie kompliziert ist das denn??

Hallo ihr Lieben, heute habe ich weiter an meiner Webseite gebastelt und mir auch einen *TROMMELWIRBEL* facebook-Account zugelegt!!! Nach Jahren der Überzeugung, dass ich facebook nicht brauche, habe ich mich nun doch dazu hinreißen lassen.

 

Hier könnt ihr ab sofort meine Seite abonnieren, liken, Kommentare hinterlassen und und und...

Das war vielleicht was... ich hatte früher schon einmal einen facebook-Account. Als es noch neu war und nicht tausende Funktionen hatte. Jetzt ist es einfach überwältigend, was man alles machen kann! Es gibt sooo viele Einstellungsmöglichkeiten, eine Flut von Dingen, die man hochladen kann. Ihr kennt euch da sicher aus, wie in eurer Westentasche, aber für mich ist das alles Neuland und ich muss mich da erstmal reinfummeln.

 

Als Auszeit habe ich dann weiter in meiner aktuellen Lektüre gelesen. Momentan lese ich das "Handbuch für Hundetrainer" von Celina del Amo und Viviane Theby. Hier gibt es viel Basiswissen zu Lernverhalten, Verhaltensbiologie und Umgang mit dem Menschen am anderen Ende der Leine. Das Buch ist sehr vollgepackt mit Informationen und auch zu komplex als dass ich es in einer Woche durcharbeiten wollte, aber ich habe ja Zeit. Und es soll schließlich auch hängen bleiben, was ich lese, damit ich dies später anwenden und berücksichtigen kann, wenn ich mit Hund und Mensch umgehe.

 

Warum habe ich so viel Zeit, um mich jetzt mit Blog, facebook, Homepage-Erstellung und so weiter zu beschäftigen?

 

Das ist ganz einfach: ich habe einen Gipsarm und bin somit mehr oder weniger lahmgelegt und zuhause festgesetzt. Zumindest darf ich nicht Autofahren, Bus und Bahn sind einhändig auch nicht zu empfehlen und tippen geht auch nur noch mit einer Hand. Deshalb kann ich auch meinen Job in der Buchhaltung zurzeit nicht ausüben.

 

Meine Texte hier schreibe ich also einhändig und seeeehr langsam. Hier mal ein Foto von mir mit Gipsarm:

Zum Glück ist es die linke Hand und ich bin Rechtshänderin. Aber es ist erstaunlich, zu was man alles zwei Hände braucht! Abwaschen? Geht nicht.

Wäschekorb rumtragen? Geht nicht.

Essen mit Messer und Gabel? Geht nicht. Ich kann entweder das Messer ODER die Gabel halten...

Auf dem Bild sieht man es nicht so gut, aber mein Daumen ist bis zur Hälfte mit eingegipst. Somit fällt Zugreifen aus. Auch Duschen ist immer wieder ein Erlebnis. Ich habe mir diese langen Veterinärhandschuhe gekauft, die ich mir überziehe, um wenigsten ein wenig die Finger beim Haarewaschen benutzen zu können. :D


Wie und was ist mir da passiert, dass ich im Sommer mit diesem tollen blauen Accessoire herumlaufen darf? Ich habe mir das Handgelenk gebrochen. Genauer gesagt das Kahnbein. Dieser kleine Knochen musste nun mit einer Schraube zusammengeschraubt werden, damit alles wieder zusammenwächst und ich die Hand wieder vollständig benutzen kann.

 

Passiert ist das Ganze, als ich bei der Mama und den Tieren zu Besuch war. Im Februar/März war es in und um Hannover nochmal richtig schön frostig. Unser Uso hatte schon von Fohlenalter an einen Riss im Huf, der ihm aber nie Probleme bereitete und auch mit Eisen und verschiedenen Mittelchen nicht weg zu bekommen ist. Leider hatte sich dieses Mal wohl Wasser in dem Riss gesammelt und ist bei der Kälte aufgefroren. Möglicherweise hat Uso sich aber auch nur auf dem harten Boden vertreten. Jedenfalls stand das arme Pferd mit einem Mal nur noch auf drei Beinen.

 

Nachdem der Tierarzt zunächst auf ein Hufgeschwür getippt hatte, sich aber nichts tat und auch nichts gefunden werden konnte, kamen wir zu dem Ergebnis, dass ein Gips her muss. Der Huf musste stabilisiert werden, damit das Horn wieder vernünftig nachwachsen kann und nicht mehr in den Kronenrand drückt. Uso hat also zuerst den Gips bekommen.

 

Nun musste jemand das rechte Hinterbein des Pferdes aufhalten, damit der Tierarzt auch den Gips anlegen konnte. Das war ich. Leider steht Uso nicht gut und vor allem nicht lange mit hochgehaltenem Fuß. Er hat damit schon lange Probleme. Aber der Gips musste in jedem Fall dran und der Tierarzt hatte nur für einen Versuch Material dabei. Also hielt ich fest. Bis Uso zu zappeln anfing und dann bildete ich mir ein, ihn doch halten zu können, weil doch der Gips noch schnell antrocknen musste.

 

Falsch gedacht! 500 Kilogramm Pferd haben einfach mehr Wucht als ich abfangen konnte. Und die Zeitspanne zwischen begreifen und loslassen war einfach zu kurz. Also bekam ich einen kräftigen Ruck auf's Handgelenk und stolperte über den Tierarzt hinweg quer durch die Boxengasse. Mein Kreislauf war irgendwo zwischendrin verloren gegangen und ich sah Sternchen während sich alles um mich herum drehte.

 

Ich brauchte ein paar Minuten, um mich wieder zu fangen, aber... ....der Gips war dran!

Ich kühlte die Hand und dachte, ich habe sie mir verdreht oder gestaucht. Bewegen konnte ich alles noch, also konnte nichts gebrochen sein. Dachte ich... dachten wir alle am Stall... dachte auch der Arzt...

 

Doch als die anfänglichen Schmerzen und der Bluterguss auf dem Handrücken bereits weg waren, konnte ich banale Dinge nicht mehr ohne Schmerzen verrichten. Eine Türklinke runterdrücken, die Wasserflasche aufschrauben, mich abstützen - all das ging nicht oder nur unter bösartigen Schmerzen.

 

Nachdem das Pferd schon wieder seinen Gips los war und gut laufen konnte - das war sechs Wochen später - schickte mich mein Arzt ins MRT. Immer noch unter der Prämisse, es könne ja nichts gebrochen sein. Zehn Wochen nach dem Unfall hatte ich dann endlich den Termin. Hier stellte sich ziemlich klar heraus, dass es doch ein Bruch ist und ich sofort zum Handchirurgen muss.

 

Vor zwei Wochen wurde ich also operiert und bin seitdem gehandicapt im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ich habe viel Zeit für mich und meine Lieben. Gerade heute morgen habe ich eine Bahnfahrt zu meiner Mutter und den Tieren gebucht. Diese neuen Züge von Flixtrain fahren doch glatt von meinem Wohnort zu meiner alten Heimat, ganz ohne Umsteigen!

 

Bei Mama werde ich viel Ablenkung erfahren und kann euch neue Dinge von den Hunden erzählen. Ich freue mich auf jeden Fall drauf!

 

Uso geht es übrigens wieder richtig prächtig und der Spalt im Huf wächst wunderbar zu. Er steht mit seiner Herde auf der Weide und genießt das Pferdeleben. Schon allein dafür hat es sich gelohnt, diesen körperlichen Einsatz zu zeigen und das Risiko, geschubst zu werden in Kauf zu nehmen. Er hat es schließlich nicht bös gemeint.

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